Fotogedanken aus dem Moor - Der Moorknipser

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Farbe oder schwarz-weiß? Eine Frage des Alters?

Der Moorknipser
Herausgegeben von in Gedanken zur Fotografie ·
Tags: fotografieschwarzweißBildbearbeitung
Farbe oder schwarz-weiß? Eine Frage des Alters?

Seit fast vierzig Jahren fotografiere ich nun schon, zunächst natürlich analog. Ich habe meine Bilder in einem kleinen Fotolabor im Keller meiner Eltern selber ausbelichtet, ich habe sehr viele Diafilme vollgeknippst und seit 2012 bin ich digital unterwegs. Seit den letzten vier bis fünf Jahren merke ich, wie sich meine Art der Fotografie weiterentwickelt hat. Sicherlich auch der Tatsache geschuldet, dass ich mich immer mehr mit dem Thema und mit der Bildbearbeitung beschäftigt habe. Hinzukommt auch eine wachsende Vernetzung: Ich stehe in Kontakt mit Menschen, die das gleiche Hobby haben, man tauscht sich aus, man geht gemeinsam auf Fototour und man schaut anderen über die Schulter...
Mir ist vor Kurzem bewusst geworden, dass mich immer mehr Motive, die ich in schwarz-weiß bearbeitet habe, viel mehr ansprechen, als die farbige Variante. Ich habe mich gefragt, woran das wohl liegen könnte. Ist es das Alter - schließlich gehe ich hart auf die 50 zu -oder ist es ein Entwicklungsprozess?
Techniken und Methoden ausprobieren, umändern oder weiterentwickeln, mal etwas Neues testen, das mochte ich schon immer gerne. Ja, ich habe auch HDR-Fotos gemacht, mit knalligen Farben und richtig heftigen Kontrasten, Color-Key war natürlich auch dabei. Zwei Bildbearbeitungsmethoden, die nicht jeden Geschmack treffen. Seit geraumer Zeit sind es Motive in schwarz-weiß, die ich sehr gerne erstelle. Nicht jedes Motiv muss, oder kann in Monochrom besser wirken, aber es werden immer mehr. Dieses Bild einer Blume, welches ich am letzten Wochenende mit dem Handy aufgenommen habe, finde ich in der schwarz-weiß-Version viel besser, obwohl das Orange der Blüte sehr schön und kräftig ist.
Bin ich jetzt mit zunehmenden Alter der vielen Farbe überdrüssig geworden? Habe ich eine fotografische Entwicklung durchgemacht? Ich glaube, bei mir ist es von jedem etwas. Das Beschränken auf das Wesentliche: Strukturen, Kontraste, Schwarz und Weiß, lernt mal wohl erst ab einem gewissen Alter oder mit einer entsprechenden Lebenserfahrung. Immer wenn ich meinen beiden Kindern (beides Teenager) die Fotos zeige, ist der einhellige Kommentar: In Farbe finde ich die besser... wirkt viel fröhlicher und ist nicht so trist.
Keine Angst, wenn die Teenagerzeit vorbei ist, wird das Leben nicht grau und langweilig... Ich mag ja auch Fotos mit vielen kräftigen Farben, sei es von Landschaften mit großartigen Farbkontrasten oder von bunten Insekten, Vögel mit einem prachtvollen Gefieder und, und und.
Manchmal, unter bestimmten Umständen, darf es dann aber trotzdem Monochrom sein.
Genau diese Tatsache macht die Fotografie zu dem schönsten Hobby der Welt: Ich entwickel mich mit und durch die Fotografie weiter, ich hinterfrage Bilder und dargestellte Szenen und betrachte Fotos vieleicht ganz anders, viel intensiver als früher.

Fotografiert ihr in schwarz-weiß? Wenn ja, wann und warum? Zeigt mir doch mal eure Fotos entweder bei

oder

Euer Matthias





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